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Frühlingszeit - Zeckenzeit PDF Drucken E-Mail

Frühlingszeit - Zeckenzeit

Nicht nur wir und unserer Tiere genießen die warme Frühlingsluft nach dem kalten Winter, auch die Zecken werden wieder rege und gehen auf Nahrungssuche. Zecken sind blutsaugende Ektoparasiten und gehören zu den Milbenarten. Sie ernähren sich in allen Entwicklungsstadien vom  Blut des Wirtstieres. Während sich die Larven des Holzbockes und der Auwaldzecke von Mäusen oder Vögeln ernähren, bevorzugt die braune Hundezecke in all ihren Entwicklungsstadien den Hund als hauptsächliches Wirtstier.  Nach der Blutaufnahme lassen sich die Larven auf den Boden fallen, wo sie sich häuten und ins Nymphenstadium übergehen. Auch die Nymphen saugen einmal Blut und lassen sich dann wieder auf den Boden fallen, wo die Häutung zum erwachsenen Tier erfolgt.  Die Nymphen von Holzbock und Auwaldzecke bevorzugen auch größere Warmblüter wie Kaninchen, Igel oder Fuchs, während die erwachsenen Tiere an nahezu allen Warmblütern zu finden sind.

Während männliche Zecken immer nur kurz Blut saugen, verbleiben die Weibchen oft mehrer Tage am Wirtstier. Hier findet dann auch die Begattung durch die Männchen statt.  Nach erfolgter Befruchtung lässt sich das Weibchen fallen und  stirbt nach erfolgter Eiablage.

Der Saugvorgang an sich ist für das Tier unproblematisch, jedoch gelten Zecken als Überträger verschiedener Infektionskrankheiten wie Anaplasmose, Babesiose und Borreliose. Die FSME (Frühsommermenigoenzephalitis) wir hauptsächlich vom Holzbock auf den Menschen übertragen, jedoch gibt es auch seltene Fälle in denen auch immunschwache Hunde erkrankt sind.

In Deutschland kommen hauptsächlich 3 Zeckenarten in Frage.

Holzbock (Ixodes ricinus):

Der  weibliche Holzbock ist im normalen Zustand ca. 3-4 mm groß und rotbraun, kann aber nach dem Saugvorgang auf bis zu 11 mm anwachsen und zeigt dann eine blaugraue Färbung.  Die Männchen sind mit ca 2,5 mm deutlich kleiner und verfügen über ein schwarzes Rückenschild mit  schwarzen Beinen.  Der Holzbock ist die bei uns häufigsten vorkommende  Zeckenart, sie lebt in Wäldern, Unterholz und angrenzenden Lichtungen. Die bevorzugte Aktivität der erwachsenen Tiere sind die Monate April bis Juni. Danach geht die Aktivität deutlich zurück, um im September / Oktober wieder stark anzusteigen.

Braune Hundezecke:

Das Weibchen der braunen Hundezecke ist dunkelbraun, mit braunen Beinen und ca. 2,5 mm groß. Das Männchen dieser Gattung ist mit 3mm etwas größer, auch braun gefärbt, verfügt aber über gelbbraune Beine.  Sie kommt in den wärmeren Ländern (Mittelmeerraum) vor und kann sich in Deutschland in der Regel nur in geheizten Gebäuden vermehren. Ein Befall in den Wintermonaten ist daher immer auf die braune Hundezecke zurückzuführen. Hier ist daher auch zu beachten, dass sich Larven, Nymphen und erwachsene Tiere in den Wohnräumen aufhalten und auch dort bekämpft werden müssen.

Auwaldzecke (Dermacentor rhiphicephalus):

Die Auwaldzecke ist mit 5mm die größte Zeckenart. Im vollgesogenen Zustand kann sie eine Größe von bis zu 16mm erreichen. Neben ihrer Größe ist die Auwaldzecke auch durch ein weißes Rückenschild mit dunklen Flecken zu Erkennen. Die Auwaldzecke ist ihrem Namen nach vor allem in der Nähe von Flüssen zu finden. Sie hat einen konstanten jährlichen Lebens- und Fortpflanzungszyklus und ist daher ganzjährig zu finden. Während im Frühjahr mehr die erwachsenen Zecken aktiv sind, finden sich im Sommer die Larven und Nymphen am Tier.

Ein artgerecht gehaltener Hund sollte auch mehr oder weniger freilaufend im Gestrüpp und hohem Gras stöbern dürfen, ist somit aber dem möglichen Kontakt mit den Parasiten ausgesetzt. Die beste Vorbeugung gegen die Übertragung mit Zecken ist die regelmäßige Kontrolle des Hundes nach dem Auslauf hierzu fahren sie mit der Hand über das ganze Tier. Bevorzugt werden dabei Stellen mit dünnerer Haut, wie z.B. Ohren, Bereiche um Augen und Maul, sowie zwischen den Zehen und natürlich Schenkel-, Ellenbogenfalte und Unterbauch.

Die Zecken finden sich als kleine Erhebungen der Haut. Oder sie kämmen das Tier mit einem feinen Kamm.  Zum Entfernen sollte das Fell gescheitelt werden und die Zecke sorgfältig mit einer Zeckenzange entfernt werden. Die Drehrichtung ist daher unerheblich. Wichtig ist jedoch, dass auch der Kopf der Zecke mit entfernt wird. Das Beträufeln der Zecke mit Öl, Nagellack oder Lösungsmitteln darf nicht erfolgen, da durch diese Maßnahmen die Zecke dazu veranlasst wird, umgehend eine große Menge Speichel in das Wirtstier abzugeben.   In diesem Speichel befinden sich bei infizierten Zecken die Erreger.

Allerdings bietet die Industrie auch unterschiedliche Präparate zur Prophylaxe des Zeckenbefalles an. Und auch die Naturheilkunde verfügt über verschiedene natürliche Abwehrpräparate. Lassen Sie sich hierzu von ihrem behandelnden Tierheilpraktiker beraten.

Der Saugvorgang an sich ist für das Tier unproblematisch, jedoch gelten Zecken als Überträger verschiedener Infektionskrankheiten. Daher sollte der Schutz der Tiere vor diesen Parasiten vom Tierhalter ernst genommen werden.

Anaplasmose:

Auch granulocytäre Ehrlichiose genannt, wird vom Holzbock übertragen.  Hierbei werden beim Saugvorgang Bakterien (Anaplasma phagocytophilum) übertragen. Diese zerstören die Granulozyten (weiße Blutkörperchen). Neben Fieber, Gewichtsverlust, Trägheit und Ödembildung an den Gliedmaßen, zeigen die befallen Tiere unter Umständen auch Gelenkentzündungen, Blutarmut und eine Beeinträchtigung des Zentralen Nervensystems.  Es wird angenommen, dass bis zu 5% der heimischen Holzböcke dieses Bakterium in sich tragen und somit als Überträger in Frage kommen.

Babesiose:

Die Babesiose ähnelt in ihrer Symptomatik der menschlichen Malaria. Sie wird von der Auwaldzecke übertragen.  Während diese Erkrankung noch vor einigen Jahren als sehr selten galt und nur regional aufgetreten ist, stieg die Anzahl erkrankter Tiere in den letzten Jahren an und infizierte Zecken wurden schon in fast allen Teilen Deutschland gefunden.  Die Babesien zerstören  unter anderem die roten Blutkörperchen.  Die Symptome einer Bebesiose sind hohes Fieber, Schwäche, blasse bis leicht gelbliche Schleimhäute, dunkel verfärbter Urin, Erkrankungen von Leber, Niere und Milz. Bei Nichtbehandlung kann es innerhalb weniger Tage zum Tod des befallenen Tieres kommen.

Borreliose:

Es wird davon ausgegangen, dass ca. 20% aller Zecken in Deutschland mit Borrelien infiziert sind. Allerdings erfolgt die Übertragung der Erreger in der Regel erst nach den ersten 24 Stunden des Saugaktes. Ein rechtzeitiges Entfernen der Zecken verhindert daher die Übertragung der Erreger.

Die Lyme-Borreliose verfügt über eine sehr lange Inkubationszeit von bis zu 5 Monaten. Das heißt, dass unter Umständen erst Monate nach dem Zeckenbefall die ersten Symptome auftreten können.  Die Symptome sind oft unspezifisch und zeigen sich mit Gelenkschwellungen, Lahmheiten, Fieber, unspezifischen Schmerzen in Muskeln und Gelenken. Auch finden sich unter Umständen Schwellungen der Lymphknoten und eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion.  Vorausgehend zu diesen Symptomen zeigt sich in der Regel immer eine Hautrötung und Entzündung an der Bissstelle.

FSME (Frühsommermeningoenzephalitis):

Die FSME wird vom Arbovirus übertragen, welcher vor allem in Süddeutschland durch den Holzbock übertragen wird.  Ursprünglich galt nur der Mensch als gefährdet, jedoch sind in den letzten Jahren auch Fälle von FSME beim Hund bekannt.  Dies ist vor allem auf die empfindlicheren Nachweismethoden der Antikörper im Blut zurückzuführen. In den betroffenen Gebieten können bei vielen Hunden Antikörper im Blut nachgewiesen werden, ohne dass die Hunde erkrankt sind. Trotzdem sind vor allem alte und immunschwache Tiere gefährdet.  Die Hunde zeigen schwere neurologische Störungen mit oft schwerwiegendem Verlauf.

 

Schützen Sie also ihr Tier und natürlich auch sich selbst.

 

Anja Krüger

 
Anweiden - aber richtig PDF Drucken E-Mail

Impfungen und Wurmkuren im Frühjahr.


Der Gesundheitsscheck im Frühjahr.

 

Der Frühling ist gekommen. Das Gras wächst wieder, die Pferde schmeißen ihr Winterfell ab und ihnen steht die Weide- und/oder Turniersaison vor. Wie bereitet der Halter jetzt seinen vierbeinigen Freund optimal vor?

 

An erster Stelle steht natürlich die Unterstützung beim Fellwechsel. Jetzt haben die Pferde einen erhöhten Mineralstoffbedarf und es schadet daher nicht, für kurze Zeit die tägliche Ration Mineralfutter um ca. 20 % zu erhöhen. Die Zugaben von Leinöl oder Fettsamen wie z. B. Sonnenblumenkernen bringt für den Fellwechsel keine Vorteile, können aber ein möglicherweise über den Winter etwas „abgeklappertes“ Pferd wieder ein bisschen runder machen. Die Dosierung sollte hier aber in ausreichender Form geschehen und an die tägliche Ration und Leistung angepasst sein. Ein „Schuss“ hat weder positive noch negative Wirkungen, daher sollte die Öl-Ration bei einem Warmblutpferd nicht unter 200 ml. liegen. Hier ist es jedoch wichtig, sich mit der Öl-Ration langsam einzuschleichen, also nicht sofort von null auf hundert zu gehen, sonst gibt es Durchfall. Soja-Öl oder auch Rapsöl sind günstige und bessere Alternativen zu Leinöl, denn sie verfügen über das bessere Fettsäuren-Verhältnis.

Ölsaaten sind mit Vorsicht zu genießen, da hier noch Eiweiß in hohen Mengen vorhanden ist und durch das junge Weidegras eh ein Eiweiß-Überschuss in der Ration zu erwarten ist.

 

Ist die Fütterung optimiert, sollte der Verwurmungsgrad unter die Lupe, bzw. unter das Mikroskop, genommen werden. Eine Kotprobe gibt Aufschluss über den Grad des Wurmbefalls. Erst bei mittelgradigem Wurmbefall sollte eine Wurmkur durchgeführt werden, ein leichter Wurmbefall ist für das Pferd nicht sofort krankhaft. Wurmfreie Pferde gibt es nicht wirklich und jedes Bemühen dahin schadet dem Pferd mehr als es nützt, da hier das Immunsystem nicht ausreichend trainiert wird. Mit einem leichten Wurmbefall kommt das Pferd sehr gut klar, um aber den richtigen Zeitpunkt für die Entwurmung zu erwischen ist es wichtig, regelmäßig über Kotproben den Wurmstatus zu überwachen, damit man nicht plötzlich mit einem übermäßig hohen Wurmbefall zu kämpfen hat. Das gilt nicht für Fohlen im ersten Lebensjahr! Diese sollten alle vier Wochen entwurmt werden.  Auch ohne Kot-Kontrolle.

 

Im Frühjahr entwurmt man gegen die großen und kleinen Blutwürmer sowie gegen Pfriemenschwänze, Spulwürmer und Zwergfadenwürmer. Dabei ist es wichtig, einen anderen Wirkstoff zu nehmen, als im Jahr davor. Entgegen der landläufigen Meinung schützt ein Präparatwechsel von Entwurmung zu Entwurmung nicht vor einer Resistenzbildung. Im Gegenteil. Erst das jährliche Wechseln erschwert diese. Auch ist es nicht damit getan, ein anderes Medikament zu benutzen, es kommt auf den enthaltenen Wirkstoff an.

 

Wichtig ist es im Sinne einer möglichst geringen Belastung des Körpers durch die Entwurmung, ein makrozyklisches Präparat zu benutzen, also eines, das alle Stadien der Wurmentwicklung abdeckt. Die Packungsbeilage wie auch der Tierarzt müssen Auskunft darüber geben, welcher Wirkstoff verwendet wird und auf welche Entwicklungsstadien es wirkt. Es empfiehlt sich, bei der Wahl beraten zu lassen und sich die Präparate schriftlich zu notieren. Z. B. im Stallbuch.

 

Das Frühjahr ist auch der richtige Zeitpunkt für die jährliche Bandwurmkur. Noch vor 10 Jahren galt der deutsche Pferdebestand in Bezug auf Bandwürmer als wenig belastet. Das hat sich leider in den letzten Jahren – nicht zuletzt auch durch mangelnde Weidepflege – zum Negativen verändert. Ein Bandwurmbefall ist indes nicht leicht nachzuweisen, daher empfiehlt sich hier – und nur hier (!) – eine prophylaktische Entwurmung einmal im Jahr.

Dabei sollten Sie darauf achten, ein reines Bandwurmpräparat zu nutzen und keine Kombi-Entwurmung zusammen mit den o. g. Parasiten durchzuführen, da eine Bandwurmkur für den Pferdeorganismus durchaus belastend ist. Zwei Wochen Zeit zwischen den beiden Wurmkuren gilt als angemessen.

 

Beide Wurmkuren sollten aber noch deutlich vor dem Weideaustrieb erfolgen. Während der Wurmkur muss auch peinlichst auf Boxen-/Paddock-/Auslaufhygiene geachtet werden. Gerade abends sollten die Pferdeäppel sorgfältig aufgenommen und entsorgt werden, da Würmer in der Hauptsache während der Dunkelheit auswandern. Nach drei bis fünf Tagen sind die Pferde dann bereit für das kontrollierte Anweiden. So kontaminieren sie nicht die Weidegründe und der generelle Wurmdruck kann auf Dauer verringert werden.

 

Vor Beginn der Turniersaison müssen auch viele Pferde geimpft werden. Die FN schreibt eine Influenza-Impfung vor. Hier ist darauf zu achten, dass der Tierarzt die Pferde wirklich peinlichst genau untersucht, denn eine Impfung in einen geschwächten Körper wirkt sich immer negativ aus. Achten Sie auch darauf, dass ein Präparat verwendet wird, das nicht unbedingt auf 50 Jahre alte Virusstämme zurückgeht, sondern möglichst aktuell ist. Die Tetanus-Impfung ist nicht jährlich nötig, eine zu häufige Impfung gegen den Tetanus-Erreger ist kontraproduktiv. Führen Sie daher unbedingt den Pferdepass peinlichst genau. Von unnötigen Kombi-Impfungen (z. B. einer Influenza-Tetanus-Impfung, wenn schon im letzten Jahr gegen Tetanus geimpft wurde ) ist wegen einer möglichen langfristigen Impfreaktion abzusehen. Viele Stutenbesitzer impfen im Frühjahr auch gegen das Equine Herpesvirus. Diese Impfung ist umstritten und sollte  - wie eigentlich alle Impfungen – nur dann erfolgen, wenn sie unumgänglich ist. Allergiker und durch Krankheit geschwächte Tiere sollten nicht geimpft werden, bzw. nur mit den allernötigsten Impfungen versehen werden.  Bei Pferden mit Autoimmunerkrankungen wie z. B. der periodischen Augenentzündung ist doppelt Vorsicht geboten, da hier viele Pferde mit erneuten Schüben reagieren.

 

Deutschland gilt seit einigen Jahren als tollwurtfrei (terristrisch) – eine Impfung ist daher im Moment völlig unnötig.

 

Wichtig für den Frühjahrscheck ist auch ein besonders kritischer Blick auf die Hufe. Viele Pferde werden im Winter nicht so gearbeitet wie im Sommer und da kann es schon mal vorkommen, dass die Hufpflege vernachlässigt wird. Im Normalfall sollte man eigentlich davon ausgehen, dass die Hufpflege durch den Hufschmied auch im Winter alle 8 – 10 Wochen erfolgt, mancher Halter verliert hier über die dunkle Jahreszeit aber den Überblick. Eine sorgfältige Kontrolle des Hufstatus durch den Hufschmied ist also angesagt. - Ebenso wie die Zahnkontrolle durch einen entsprechenden Fachmann, wenn die Kontrolle nicht schon zum Winter hin erfolgt ist. Abgerundet wird der Frühjahrscheck durch ein großes Blutbild. Das ist sicherlich nicht immer notwendig, macht aber ein gutes Gefühl und versetzt den Halter in die Lage mögliche über den Winter erworbene Mängel auszugleichen.

 

Ein fittes, zufriedenes Pferd wird es Ihnen mit guten Leistungen danken.

 

Kluges Anweiden, so wird’s gemacht:

 

  1. Pferd IMMER vorher mit Heu satt füttern.
  2. Weidezeit langsam steigern – mit 20 Minuten beginnen und dann pro Tag 20 Minuten dazugeben.
  3. Bei beginnendem Durchfall die Steigerung aussetzen und mehr Heu füttern.
  4. Weidezeit während der Hauptwachstumsphase (bis Juli) einschränken. (Gilt nicht für tragende/laktierende Stuten und deren Fohlen)
  5. Nahrungskarenzen über 5 Stunden unbedingt vermeiden (außerhalb  der Weidezeit).
  6. Bei kalten Nächten und sonnigen Tagen Pferde im Paddock lassen (hohe Frukton-Konzentration im Gras!)
  7. An die tägliche Mineralfutterration denken!

 

Tatjana Brandes

 

 
Seminar Alternative Tiermedizin PDF Drucken E-Mail

Pressemitteilung
EkoConnect – International Centre for Organic Agriculture of Central and
Eastern Europe e.V.


Alternative Tiermedizin stößt in deutsch-polnischer Grenzregion auf großes Interesse Zgorzelec, 10.10. 2012

Antibiotika-Rückstände in Fleisch, Eiern und Milch und im Grundwasser- immer wieder kursieren derartige Schreckensmeldungen in den Nachrichten. Rückstandsfreie Lebensmittel werden nachgefragt, aber erfordern seitens der Produzenten gute Kenntnisse und Management. Geschulte Ansprechpartner für mögliche Alternativen sind jedoch rar.

Hierzu boten die Veranstalter EkoConnect e.V. Gäa e.V. und das Selbstverwaltungszentrum Pogranicze im September eine eintägige  Fortbildung im niederschlesischen Zgorzelec an. Das deutsch-polnische Seminar war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Eine weitere Veranstaltung zur Tiergesundheit bietet das EU-Geförderte Projekt „Ökologisch Handeln“ Mitte Januar 2013 in Niederschlesien an.

„Unter vielen Tierärzten sind alternative Tierheilmethoden teilweise noch sehr umstritten“, erläuterte die Hauptreferentin Ute Diesel-Bajo, Tierärztin und erfahrende Tierhomöopathin aus Sachsen-Anhalt. Umso überraschender waren der starke Zuspruch und die interessierten Nachfragen der regionalen ansässigen Tierärzte und Tierhalter von beiden Seiten der Grenze. Eine Gruppe niederschlesischer Amtstierärzte ließ sich von Ute Baumbach vom sächsischen Bio-Anbauverband Gäa e.V. und Urszula Bogusiewicz vom niederschlesischen Agrar-Beratungszentrum DODR über Grundlagen und Anforderungen an die Tierhaltung und Behandlungsmethoden im Ökolandbau aufklären. Die Behandlungsmethoden der Tierärzte unterscheiden sich auf den ökologisch wirtschaftenden Betrieben stark zu denen auf konventionellen Betrieben. Antibiotika dürfen nicht vorbeugend und nur im Notfall angewendet werden. Zugleich geht damit eine doppelt so lange Sperrfrist für die Verwendung der tierischen Produkte einher. Eine artgerechte Haltung und ein gutes Tiermanagement können vielen, aber nicht allen Krankheiten vorbeugen. Tierhalter können im Falle einer Krankheit auf Alternativen zur herkömmlichen Schulmedizin zurückgreifen. Als Beispiele können hier neben der klassischen- und Komplexhomöopathie Bachblüten, Akupunktur und Akupressur, Pflanzenheilkunde und Osteopathie genannt werden. „Ich habe zwar keine Kenntnis über alternative Tierheilmethoden, aber denken Sie, dass diese der schulmedizinischen Tiermedizin eines Tages Konkurrenz machen werden?“ fragte ein niederschlesischer Amtstierarzt die Dozentin.  „Ich wende auch seit vielen Jahren Homöopathie an und habe mir extra dafür frei genommen“, erläutert ein ansässiger Tierarzt aus Görlitz. Zu den pharmazeutischen Inhaltsstoffen der Weidepflanzen erklärte Professor Piotr Nowakowski aus Wroclaw den Anwesenden: „Wenn die Tiere nur ein paar Stunden pro Tag eine Weide sehen, fressen sie alles. Sie lernen nicht, zwischen gesundheitsfördernden und giftigen Pflanzen zu  unterscheiden. Dasselbe passiert bei uns Menschen, wenn wir nur Fast Food essen. Ist ein Tier aber ganzjährig auf der Weide, kann es lernen, selbst die Apotheke der Natur zu nutzen. Kräuter, die vielleicht in rauen Mengen giftig wären, nimmt es in der Menge zu sich, wie es für seine Gesundheit förderlich ist- so wie wir Menschen im Rahmen von Ess- und Ernährungskultur lernen, unsere Nahrungsmittel schonend zuzubereiten und mit Gewürzen umzugehen“. Auch von Seiten der Tierhalter (meist von Betrieben, die Milchkühe und Schafe nach ökologischen Richtlinien halten) kamen viele interessierte Nachfragen zum eigenen Weidemanagement und zu den praktischen Behandlungsbeispielen der Referentin. „Wenn die Kuh nach der Geburt festliegt, können Sie anhand der Temperatur der Ohren sehr gut feststellen, welches Mittel jetzt helfen könnte“.  Für Anfänger sei von der Eigenbehandlung akuter Krankheitszustände eher abzuraten, da es viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl für die Wahl des richtigen Mittels braucht – oder eben Zeit.

Eine Folgeveranstaltung ist am 15. Januar geplant.

weitere Informationen unter: www.ekoconnect.org

 

 
Aspekte der Kastration beim Hund PDF Drucken E-Mail

Eine Kastration - vor allem bei weiblichen Tieren - ist immer ein medizinischer Eingriff.

 

Eine kritische Betrachtung zur Kastration beim Hund können Sie hier lesen.

 

 
Buchvorstellung Pferdetaping PDF Drucken E-Mail

Einführung in das Kinesiologische Taping bei Pferden Kleines Tape – große Wirkung
Der Ratgeber „Einführung in das Kinesiologische Tapen bei Pferden“ richtet sich vor allem an Tier-Therapeuten, sowie interessierte Pferdebesitzer, die über Grundkenntnisse in der Pferdeanatomie und Krankheitslehre verfügen. Vermittelt werden sowohl die Entstehungsgeschichte und das theoretische Grundwissen zum Kinesiologischen Tapen, als auch die praktische Umsetzung der Techniken speziell am Pferd. Zahlreiche Fotos und Fallbeispiele geben dem Leser dabei eine praxisnahe Anleitung.
Abgerundet wird der Ratgeber durch die Mitarbeit von Gastautoren zu Themen wie Narbenbehandlung und MET beim Pferd, sowie spezieller Tape-Anlagen für den Reiter.

für weitere Infos bitte HIER klicken

 
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